Zu Gast bei Fabio

spätestens jetzt ärgere ich mich fürchterlich darüber, dass ich weder die Namen der Memüs noch das zauberhafte Essen von Tarterie St. Pauli fotografiert habe!

Ok – nun werde ich versuchen, mein Gedächtnisvermögen auf das Maximum auszudehnen und jedes Detail so wahrhaftig wie möglich hier zu repräsentieren – denn ich hoffe inständig, dass mein Erlebnis dort durch das intensive Erinnern nochmals zum hohen Genuss wird.

Welcome to Fabio’s privat kitchen!

Erster Eindruck: Wow! – die Küche! So selbstbewusst und freundlich: eine große offene Küche direkt unmittelbar hinter der Theke, die auch unmittelbar an den Tischen gebaut ist und worauf viele kleine Einmachgläschen nebeneinander ordentlich angereiht stehen und aus denen Fabio lässig kleine Menge entnimmt um damit findig, liebevoll und konzentriert zugleich den Teller anzurichten…

Zweiter Eindruck: nochmals Wow! – der Speisesaal – pardon! Wohn- und Esszimmer wäre vielleicht die besser geeignete Ausdrucksvariante für diesen Bereich. So offen und ungezwungen: Die Wand an der Straße besteht fast komplett aus großen Fenstern, lange Sitzbänke mit bunten Stoffkissen bieten viel Platz und sorgen für ungezwungene Gesprächsmöglichkeiten für die Gäste miteinander – wenn sie sich vor dem Besuch „Tarterie St. Pauli“ noch nicht kannten, dann werden sie sich spätestens bei Probetrinken und Auswählen des Weins austauschen und kennen lernen. Man kann einfach nicht anders handeln – die Kommunikation passiert fast instinktiv.

Wir sind nun bei der Auswahl des Weißweins angelangt – ich bin keine Weinkennerin… Nach einer nach meinem Empfinden relativ langen und fachspezifischen Weinempfehlung, hat die sehr dezent-elegant gekleidete Kellnerin – eigentlich finde ich, dass Kellnerin hierzu auch ein unpassender Begriff ist, viel zu durchschnittlich! – meine Verwirrung gesehen und verstanden und mich mit einem ziemlich hilfreichen und entschiedenen Satz gerettet: „Also – das hier auch absolut mein Lieblingswein!“ Wenn der Wein so einer geschmackvollen Frau schmeckt, dann würde er mir sicherlich auch schmecken – Empathie ist wichtig.

Nun – das Menü! Zugegeben – bei so vielen ausländischen Namen (vermutlich Französisch) fühle ich mich ein wenig unter Druck gesetzt… Aber wer genießen will, muss auch bereit sein, sich anzustrengen. Dank der geduldigen Übersetzung und Erklärung der Gastgeberin – anstatt „Kellnerin“ erlaube ich mir an dieser Stelle diesen Begriff „Gastgeberin“) habe ich sehr zufrieden mein 4 Gänge Menü zusammengestellt. Da sich die Tagestafel dank der kreativen Ideen von Fabio wöchentlich wechselt, sehe ich hier keine Notwendigkeit, mein Essen jetzt nochmals schriftlich zu dokumentieren. Ich bin ja schließlich keine Food-Bloggerin :-).

Das Warten! – ganz ehrlich – nie zuvor habe ich so gerne auf mein Essen gewartet. Normalerweise macht das Warten keinen Spaß, besonders wenn man noch einen Bärenhunger hat. Aber das Warten bei Fabio ist ein Erlebnis. Denn dank der offenen Küche kann ich ihn beim Kochen genau beobachten: wie routiniert und freudvoll er jeden Gang zubereitet! Alles müsste zeitlich sehr passgenau berechnet sein, aber nein, von Hektik ist nichts zu sehen und auch nichts zu fühlen. Es macht Freude, ihm zuzuschauen, wie er ein kleines Blumenkohlröschen kurz in die Pfanne anbraten lässt und es dann sehr sorgfältig in die Mitte des Tellers anrichtet oder wie er so vorsichtig das noch flüssige Eigelb zuerst auf die Hand nimmt, es genau prüft, es dann in eine kleine Schale langsam rein rutschen lässt und abschließend die Wärmelampe mit einem geübten Schwung nach unten zieht: genau 5 cm über der Schale – oh, das leckere Eigelb! Yummy!

Noch ein bisschen Plauschen mit meinen Freuden…

„Dein erster Gang!“ Fast bin ich überrascht! Denn ich war ja so fasziniert von Fabios Küche. Lachs mit Fenchelsalat!

„Jetzt kommt der nächste Gang!“ – Psst… ich muss leider schweigen, denn bei so einem Genuss komme ich nicht zu schreiben :-)

„der Hauptgang!“ – Fleisch – zartes rosa, weich, himmlisch…

„oh – so sweet!“ – Himbeersorbet mit Karamellsoße + etwas geheimnisvolles und super super leckeres (Hätte ich Fabio nach dem Rezept gefragt…)

Leider hier gibt es kein Fotos von mir. Lasst eure Fantasie fliegen… Seid versichert: Fabios Essen wird eure Fantasie besiegen…

Fabio: was muss ich tun, damit Du nach Köln ziehst?!

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