Author Archives: Jade

“Ich freue mich auf Dich!”

es ist Anfang Juli 2017. Auf unserem Kalender an der Wand direkt neben dem Kühlschrank sind zwei kleine rosafarbene Kreuzchen auf den Zahlen 1 und 2 zu sehen. Neben der Zahl 22. ein großes rotes Herz.

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass sowohl die kleinen rosa Kreuzchen als auch das große rote Herz von einer kindlichen Hand stammen. Meine Tochter möchte ab Juli einen Count-Down Kalender führen bis ihre Großeltern – meine Eltern am 22.07 in Frankfurt landen. Sie sagt zu mir:“ jeden Tag ein Kreuzchen mehr, und jeden Tag freue ich mich ein bisschen mehr auf Opa und Oma aus China! Ich freue mich schon auf morgen, dann kann ich wieder ein Kreuzchen machen, auch wenn morgen Montag ist und ich wieder zur Schule muss. Aber egal, ich freue mich trotzdem.“ Continue reading

晨与暮

昨夜殇杯终已尽,

烛台蜡干天已明。

笑语欢言君犹在?

风起月隐梦难醒。

人去心留命难拒,

天远地长缘尽流。

前生来世何所欲?

唯有今日一逍遥。

 

Siebzehn

Jeder, der Bücher wirklich liebt und sie nicht nur liest, um später sich oder den anderen mit einem gut gefüllten Bücherregal zu zeigen, dass wie belesen man doch ist, macht seine eigenen Notizen über so manche Sätze, die ihn so berühren, zum Nachdenken anregen oder ihm das Gefühl geben :“Ja, genau so habe ich mich auch empfunden.“ Manchmal ist der Zuspruch von einem Buch, gar einem Satz so stark, dass mir meine eigene Identität in manchen fiktiven Protagonisten oder auch gerne in manchen unwichtigen Nebenrollen eines Buches bewusst wurde. Ein beruhigendes schönes Gefühl: Ich fühle mich verstanden.

Und Murakami San ist definitiv ein Mensch, der mich versteht, ohne mich zu kennen!

„es waren verschwommene Träume, schmerzhaft und hitzig. Träume, wie man sie wohl nur mit siebzehn hat“ Ein Satz aus dem Buch meines Idol-Autors Haruki Murakami – «Südlich der Grenze, westlich der Sonne». Continue reading

Ein kleiner Rastplatz

wieder einmal habe ich mit meinem Blog pausiert. Fast zwei Monate.

Ich denke, keiner außer mir hat solche Unregelmäßigkeiten bemerkt. Denn dieser Blog sollte ja nur ein Gedanken-Rastplatz für mich sein. Ich brauche diesen kleinen Platz um mich zu erholen.

Ich erhole mich von der rasenden Zeit, die mich überfordert und mir gar Angst macht. Ich neige sehr dazu, viel und vielleicht sogar zu viel Zeit in die nicht änderbare Vergangenheit und ungewisse Zukunft zu investieren. Ich nehme wenig Zeit für die Gegenwart. Solange ich aber schreibe, kann ich dann doch mit Gewissheit behaupten, dass die Zeit, die ich hier für meinen Blog aufwende, definitiv der Gegenwart gewidmet ist. Dieser Gedanke verleiht mir einen überzeugenden Erholungseffekt und liefert mir den Beweis, dass ich das Hier-und-Jetzt wohl doch wahrnehme. Man könnte auch sagen, dass das Schreiben als mein persönlich effektivstes Training der Achtsamkeit fungiert – ein Modeausdruck (Ich schäme mich ein bisschen dafür, hier dieses Modewort benutzt zu haben. Denn ich mag eigentlich keine Modewörter, eher empfinde ich eine starke Abneigung gegenüber solchen Ausdrucksweisen, die im Grund genommen schon immer existierten, aber plötzlich aus unerklärlichen Gründen in die Mode gekommen sind) Continue reading